Eine Bachelorthesis richtig planen


Eine Bachelorthesis richtig planen

Endlich: du hast alle anderen Module im Studium abgeschlossen und ausreichend viele Credit Points gesammelt, um Deine Bachelorarbeit anzumelden. Sie stellt das letzte Modul auf Deinem Weg zum akademischen Grad dar. Mit der Bachelorarbeit wird überprüft, ob Studenten dazu in der Lage sind, sich eigenständig mit einer wissenschaftlichen Fragestellung auseinander zu setzen. Je nach Prüfungsordnung macht die Bachelorthesis bis zu 20 Prozent der Endnote aus.

In dem folgenden Artikel erfährst du alles Wissenswerte dazu, wie man das Schreiben einer solchen Arbeit plant. Mit den Tipps verbesserst du dein Zeitmanagement, du gehst besser mit dem Zeitdruck um und die Bearbeitungszeit deiner Abschlussarbeit wird insgesamt effektiver gestaltet.

Den passenden Betreuer zur Bachelorthesis finden

Bevor du dir eine Gliederung für Deine Arbeit überlegen kannst und bevor du in die Bibliothek gehst, um Literatur zu sammeln, musst du zunächst einmal ein Thema für die Bachelorarbeit finden. Allerdings geht auch diesem Schritt noch etwas voraus und zwar benötigst du einen Betreuer für Deine wissenschaftliche Abschlussarbeit. Aber wie findest du den richtigen Dozenten bzw. Professor?

    • Betreuer auswählen

Zunächst einmal ist es wichtig, dass der Betreuer aus Deinem Fachbereich kommt. Der Dozent sollte möglichst auf das Gebiet Deines Wunschthemas spezialisiert sein. Welchen Ruf hat der Dozent, der infrage kommt, bei Kommilitonen und bei Absolventen und nimmt sich der Dozent ausreichend Zeit für die Studenten? Alles Fragen, die du bei der Wahl des Betreuers berücksichtigen solltest. Zu beachten ist allerdings, dass die Meinungen zu einem Betreuer sehr subjektiv sind. Sprich: während eine Person sehr viel von einem Betreuer hält, kann sich ein anderer Studierender über dessen Unfreundlichkeit o.Ä. empören.

    • Thema bestätigen lassen

Hast du einen Betreuer für deine Bachelorarbeit gefunden, gilt es als nächstes, ein Thema für die Arbeit zu finden. Dieses muss vom Betreuer abgesegnet werden, damit du es beim Prüfungsamt anmelden kannst. Außerdem kann dir der Betreuer wichtige Tipps bezüglich der Literatur und der Zeitplanung für das Schreiben Deiner Abschlussarbeit geben. Du solltest dich immer wieder mit ihm austauschen, denn er ist u.a. für die Korrektur Deiner Arbeit zuständig.

Die wissenschaftliche Fragestellung der Bachelorthesis

Für die Themenwahl solltest du einen Blick in die Prüfungsordnung deines Studiengangs werfen: So erfährst du, wie frei du das Thema wählen kannst. In den meisten Fällen ist es so, dass du dir eine eigene Fragestellung überlegen kannst. Achte bei der Entwicklung der Fragestellung unbedingt darauf, dass dich das Thema auch wirklich interessiert! Schließlich arbeitest du mehrere Wochen an der Bachelorarbeit – wenn du merkst, dass das Thema „so gar nicht dein Ding ist“, quälst du dich beim Schreiben der Arbeit.

Außerdem sollte deine Fragestellung nicht zu weit gefasst sein – der Umfang einer Bachelorarbeit ist begrenzt. Achte auch darauf, dass für aktuelle Themen weniger Quellen zur Verfügung stehen. Beziehe deinen Betreuer unbedingt in die Findung des Themas mit ein. Diesem kannst du auch deine erste grobe Gliederung vorlegen. Auf diese Weise erfährst Du, ob du dich „auf dem richtigen Weg“ befindest. Die Gliederung wirst du im Verlauf deiner Literaturrecherche aber noch einige Male überarbeiten – da kannst du dir gewiss sein!

Die Anmeldung beim zuständigen Prüfungsamt

Hast du einen Betreuer für deine Abschlussarbeit gefunden und dich mit diesem auf ein Thema geeinigt, kannst du die Arbeit beim zuständigen Prüfungsamt anmelden. Kurz darauf erhältst du ein Schreiben über die Bestätigung des Themas. Außerdem wird dir der genaue Abgabetermin mitgeteilt.

Die Literaturrecherche

Nun wird es ernst! Es gilt, Literaturrecherche zu betreiben und passende Quellen für das Thema zu finden. Heutzutage gibt es nahezu unzählige Quellen, die für das Schreiben einer Abschlussarbeit infrage kommen: von der Bibliothek über Fachzeitschriften und Datenbanken bis hin zu Buchhandlungen und das Internet. Es sei gleich gesagt, dass dir der Gang in die Bibliothek nicht erspart bleiben wird, denn das ausschließliche Arbeiten mit Online-Quellen reicht i.d.R. nicht aus.

Die Literatur lässt sich grundsätzlich in Primär- und Sekundärliteratur unterteilen. Primärliteratur sind: Originalquellen, thematische Quellensammlungen und Fachaufsätze von Forschern. Sekundärliteratur sind: Lexika und Enzyklopädien, Hochschulschriften, Sammelwerke und Periodika.

Hier ein paar Tipps, wie du sinnvoll Quellen für dein Thema sammeln kannst:

  • Sobald du dir mit gewissen Suchbegriffen einen Überblick über das Thema verschafft hast, solltest du die Suchbegriffe variieren und diverse Schlagwort-Kombinationen verwenden. So werden die Ergebnisse bei der Suche merklich verbessert.
  • Nutze auch die Fernleihe. Durch diese erhältst du nicht nur Zugriff auf die Literatur in der Uni-Bibliothek, sondern auch auf die Literatur von sämtlichen anderen deutschen und zum Teil internationalen Hochschulen.
  • Du solltest auch auf Englisch Literaturrecherche betreiben. Internationale Publikationen werden meist auf Englisch verfasst, d.h. auf diese Weise erhältst du Zugang zu viel mehr Quellen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen.
  • Nicht selten bearbeiten Studenten aus einem Jahrgang dasselbe oder ähnliche Themen. Folglich benötigen diese Studenten dieselbe Literatur. Bildet Suchteams und kommuniziert miteinander anstatt euch gegenseitig die Literaturrecherche zu erschweren!

Der Aufbau der Bachelorthesis

Die hauptsächliche Gliederung ergibt sich mehr oder weniger automatisch aus der jeweiligen wissenschaftlichen Fragestellung. Wie bereits erwähnt, wird sich die Gliederung der Bachelorthesis immer mal wieder ein wenig verändern – das ist ganz normal und kein Grund zur Panik! Generell besteht die Gliederung einer Abschlussarbeit aus drei Teilen. Deren Gewichtung sieht wie folgt aus:

  • Deckblatt, Inhaltsverzeichnis (zwischen zwei und drei Prozent)
  • Einleitung (etwa 10 Prozent)
  • Hauptteil/ Analyse (80 Prozent)
  • Resümee und Ausblick (fünf Prozent)
  • Literaturverzeichnis und Anhang (zwischen zwei und drei Prozent)

Nützliche Tipps für deinen Zeitplan

Letztendlich ist die Abschlussarbeit keine Hexerei, sondern du solltest sie als dein Meisterwerk zum Ende deines Studiums betrachten. Wenn du frühzeitig mit der Arbeit beginnst, strukturiert arbeitest und dir zwischendurch genügend Pausen gönnst, um abzuschalten, wirst du sehen, dass die Auseinandersetzung mit der wissenschaftlichen Fragestellung durchaus Spaß machen kann. Im Folgenden erhältst du ein paar nützliche Tipps für deinen Zeitplan:

  • Plane genug Zeit für die Findung des Betreuers und für die Themenfindung ein.
  • Bedenke, dass die passende Literatur auch von anderen Studenten benötigt werden kann: Wartezeiten können die Literaturrecherche und das Verfassen der wissenschaftlichen Arbeit deutlich verzögern.
  • Sprich dich regelmäßig mit deinem Betreuer ab. So vermeidest Du unnötige Korrektur-Arbeiten und Missverständnisse.

Strukturiere deine Quellen von Anfang an

Beim Verfassen deiner Bachelorthesis solltest du darauf achten, deine Quellen von Anfang an zu strukturieren. So ersparst du dir in den letzten Tagen vor der Abgabe unnötige Hektik. Außerdem solltest du mit Formatvorlagen arbeiten: Microsoft Word, Open Office, Mellel oder ein anderes Textverarbeitungsprogramm macht zwar zunächst etwas mehr Arbeit, erlaubt es dir aber in der Phase der Korrektur ganz leicht wichtige Layout-Änderungen vorzunehmen.

Es ist wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren

Keine Sorge – dass du dich zu Beginn der Bachelorthesis überfordert fühlst, ist völlig normal! So geht es jedem, der noch nie eine Arbeit zur Abgabe bei einem Prüfungsamt geschrieben hat. Auch ist es normal, dass du zwischendurch immer mal wieder ein wenig verzweifelst. Dann heißt es: Kopf hoch und nicht entmutigen lassen! Wie bereits erläutert, ist es wichtig, dass du dir beim Verfassen der Thesis ausreichend Pausen gönnst. Ansonsten fühlst du dich schnell überfordert und ausgebrannt. Belohne dich für Etappenerfolge wie das Fertigstellen eines Kapitels, so behältst du die Motivation. Wie die Belohnung aussieht (z.B. ein arbeitsfreier Tag), entscheidest du. Wichtig ist, dass dir die Belohnung guttut.