Wenn die Tasten klemmen


Wenn die Tasten klemmen
„Ein Mensch sitzt kummervoll und stier vor einem weißen Blatt Papier“ – so beginnt Eugen Roth sein Gedicht „Arbeiter der Stirn“. Ist der Anfang einmal gemacht, fließen die nächsten Wörter oft viel leichter auf das dann nicht mehr leere Blatt. Aber wie überwindet der Autor seine geistige Ladehemmung? Und wie geht jemand vor, der sich mit jedem einzelnen Wort quält?


Ursachen ermitteln


Schreibblockaden sind auf eine sachliche oder eine psychologische Ursache zurückzuführen. Sachliche Gründe gibt es oft bei Studienarbeiten. Der Berg an Literatur und Online-Quellen ist so angewachsen, dass Sie keine Ahnung haben, wie Sie jetzt sinnvoll weitermachen. Oder Ihr Recherche-Ergebnis ist derart mager, dass Sie Zweifel haben, die geforderte Seitenzahl überhaupt sinnvoll füllen zu können. Psychologische Gründe lassen sich in einem Stichwort zusammenfassen: Angst. Sie entsteht, wenn Sie sich während des Schreibens schon fragen, ob Ihr Text gut ankommen wird – beim Verlag, beim Leser, beim Prüfungsausschuss. Angst lähmt. Entweder fangen Sie gar nicht erst an zu schreiben, oder Sie üben sich in Selbstzensur, streichen weg, fangen immer wieder neu an und kommen dabei über den Anfang nie hinaus.


Planung mit Zeitdruck


Schon in den 1980er-Jahren untersuchte der Psychologe Robert Boice in New York Schreibblockaden bei Akademikern. Das erstaunliche Ergebnis: Zeitdruck schafft keine Blockaden, sondern löst sie und setzt Kreativität frei. Machen Sie sich also einen Plan, der an der Deadline Ihres Projekts ausgerichtet ist. Sehen Sie Erholungsphasen vor, die Sie nicht als Pufferzeiten verwenden. Begrenzen Sie die Dauer von Recherchen. So vermeiden Sie, vom Hölzchen aufs Stöckchen zu kommen und am Ende vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr zu sehen. Andererseits schafft Ihnen die Planung genügen Spielraum für weitere Quellenarbeit, wenn das Ergebnis noch unbefriedigend ist. Ihre Planung muss nicht streng linear aufgebaut sein. Wenn Ihnen der Anfang schwerfällt, beginnen Sie mittendrin mit einem Teil, zu dem Sie schon klare Ideen haben, vielleicht sogar mit dem abschließenden Fazit, zu dem die anderen Kapitel hinführen.


Perspektive und Umgebung wechseln


Kreative Autoren, zum Beispiel in einer Online-Marketing-Agentur, bedienen sich oft des Perspektivwechsels, um ihre Texte zu optimieren. Wie stellt sich ein Thema aus Sicht eines Kunden dar? Welche Szenarien passen zu einer bestimmten Situation, und wie erleben sie die beteiligten Personen? Vermeiden Sie es aber, sich in die Rolle eines Korrektors Ihrer Arbeit zu versetzen. Damit leisten Sie nur Ihrem inneren Kritiker Schützenhilfe, statt ihn zum Schweigen zu bringen. Perspektivwechsel wird unterstützt durch Schreiben in einer anderen Umgebung. Mobilgeräte machen es möglich – verlassen Sie Büro oder Homeoffice. Setzen Sie sich in den Wald, an den Strand oder in ein belebtes Café in der Fußgängerzone, je nachdem, was zu Ihrer Aufgabe passt. Redigieren Sie Texte nicht schon während des Schreibens. Dauernde Rücksprünge stören Ihren Flow. Gute Alternativen finden Sie ohnehin nur mit zeitlichem Abstand.