Open Access – wissenschaftliche Literatur finden


Junge Studentin sucht Literatur im Internet
Gemäß der Budapester Open Access Initiative (BOAI) soll Literatur kostenfrei und öffentlich im Internet frei zugänglich sein. Jeder soll komplette Texte lesen, herunterladen, kopieren, verteilen, drucken und auf allen möglichen legalen Wegen nutzen können. Selbstverständlich sollen die Autoren die Kontrolle über ihre Arbeit behalten. Dazu zählt besonders die Veröffentlichung, wobei keine Urheberrechte durch „geklaute“ Beiträge verletzt werden sollen. 


Die beiden Arten von Open Access Veröffentlichungen

  • Eine elektronische Erstveröffentlichung der Publikation in Open-Access-Zeitschriften 
  • Die elektronische Zweitveröffentlichung auf Webseiten oder in Archiven von einer bereits veröffentlichten Publikation in unterschiedlichen Repositorien. Sie kann zeitgleich oder versetzt zur ersten Publikation erfolgen (Selbstarchivierung).


Vorteile und Nachteile von Open Access

Vorteile:
  • Die Forschungsergebnisse sollen für die Öffentlichkeit frei zugänglich und nutzbar sein. Durch Open Access wird die Versorgung mit Informationen verbessert, zum Beispiel für verschiedene Forschungseinrichtungen. 
  • Wissenschaftliche Informationen werden schnell, kostenlos und nachhaltig gefunden, zum Beispiel über Suchmaschinen und diverse Nachweisdienste.
  • Laut unterschiedlicher Studien erhöht sich durch den Zugang durch Open Access die Sichtbarkeit und Zitierhäufigkeit von Publikationen und verbessert damit das Ansehen von Autoren und ihren Institutionen.
  • Autoren behalten die Rechte an ihren Publikationen. Beispielsweise kann Verlagen und Zeitschriften nur die Möglichkeit für ein einfaches Nutzungsrecht zugestanden werden. 
  • Durch den offenen Zugriff werden die Anforderungen digitaler Wissenschaft erfüllt, die mit vernetzten Forschungsumgebungen und der Anreicherung von Informationen arbeiten. 
Nachteile:
  • Eine Open-Access-Informationsplattform thematisiert Bedenken im Bereich Open Access. Dabei finden sich unter anderem Fragen von Autoren bezüglich Qualität, Auffindbarkeit, Langzeitarchivierung, rechtlichen Aspekten und der Finanzierbarkeit sowie allgemeine Fragen zu Lizenzen, Publikationsgebühren und Interessenkonflikten.


Wer Open Access veröffentlichen kann

Jeder Wissenschaftler oder Forschungsgemeinschaft können ihre Ergebnisse in Open Access veröffentlichen. Dabei kann es sich um einen Artikel in einer Fachzeitschrift oder eine Dissertation handelt. Möchte man Ergebnisse einer Universität oder eine beliebige Erklärung als Print publizieren, muss ein adäquates Journal gefunden werden. 


Die besten Tools

  • Unpawall/oaDOI
Damit kannst du Bezahlschranken im Netz umgehen. Mit einer Erweiterung für Chrome und Firefox wird geprüft, ob für wissenschaftliche Publikationen legale Open-Access-Versionen bereitstehen. Du kannst komplette Listen von Publikationen auf den Open-Access-Status hin prüfen.
  • Open Access Button
Das Tool funktioniert ähnlich wie DOI, wobei du den Service in der Lesezeichenleiste hinterlegen und darüber nutzen kannst. Auf jeder beliebigen Website mit Angaben zu einer Publikation sucht ein Pop-up Fenster nach einer Open-Access-Version und verlinkt dich eventuell. 
  • SHERPA-RoMEO
Hier bekommst du nach der Suche nach Verlagen oder einzelnen Zeitschriften Informationen zu zeitlichen Fristen angezeigt. So kannst du Artikel auf Repositorien einstellen oder Versionen anzeigen lassen, die verwendet werden können. Anhand der Liste können sich Autoren über die Zweitveröffentlichungsmöglichkeit von bereits publizierten Artikeln informieren. 
  • dissemin
Dieser Dienst führt bibliographische Quellen und Informationen aus SHERPA-RoMEO auf einer leicht nutzbaren Oberfläche zusammen. Somit kann die eigene Publikation geprüft werden, bzw. welche frei verfügbar ist und welche Zweitveröffentlichungsmöglichkeiten bestehen. Richte ein persönliches Profil ein und verwende die bequeme Möglichkeit zum Upload von Publikationen.
 

FAQ

Obwohl die Nutzung kostenlos ist, entstehen bei der Open-Access-Publikation für eine Zeitschrift Kosten, z.B. durch die Aufbereitung und Bereitstellung der Artikel. Wenn ein Geschäftsmodell kein Open Access vorsieht, können diese Kosten über das Subskriptionsmodell refinanziert werden. Bibliotheken und andere Abonnenten erwerben Lizenzen, um die Voraussetzungen zur Nutzung und Bereitstellung von Zeitschriften herzustellen.
Zur Erleichterung des Zugangs zu wissenschaftlicher Literatur, unterscheidet man in Diskussion und Praxis oft zwischen zwei Strategien:
  • goldener Weg
Momentan sind damit eher Open-Access-Zeitschriften gemeint, aber allgemein sind Maßnahmen zu verstehen, die auf Open-Access-Primärpublikationen setzen.
  • grüner Weg
Damit wird die zusätzliche Bereitstellung von Publikationen beschrieben, die in (Closed-Access-) Zeitschriften erschienen sind oder wie Repositorien oder Dokumentenserver.
Mit einer simplen Recherche in Suchmaschinen kannst du Open-Access-Artikel finden, weshalb sie auch oft als Closed-Access-Publikationen leichter erkannt werden können. Da zahlreiche Open-Access-Artikel, die von dem jeweiligen Repositorium oder der Zeitschrift indexiert wurden, können sie ebenfalls leichter gefunden werden.