Loci-Methode im Studium


Loci-Methode im Studium

Wer sich für ein Studium entscheidet, hat meist die Absicht dadurch später bei der Suche nach Arbeit bessere Chancen zu haben, eine gut bezahlte berufliche Tätigkeit zu bekommen. Doch dafür muss auch etwas geleistet werden. Unternehmen sehen es nicht gerne, wenn der Hochschulabschluss gerade so mit unterdurchschnittlichen Noten erlangt wurde. In Zeiten einer immer weiter steigenden Zahl an Studierenden sollte man sich also durch gute Noten von der Konkurrenz abzusetzen. Das geht nur mit ausreichendem Lernen.

Doch vielen Studierenden graut es vor der nächsten Prüfungsphase, da diese meist mit stunden- und tagelangem Lernen verbunden ist. Vielen fehlt es dabei eigentlich nur an einer effektiven Methode, sich Dinge und Fachwissen einfach einprägen zu können . Dabei gibt es eine relativ einfache Möglichkeit, sich den Inhalt der Vorlesungen und Seminare einzuprägen, um ihn dann in der Prüfung abzurufen. Diese Lernmethode nennt sich Loci-Methode. In diesem Artikel wirst erfahren, was es damit auf sich hat, wie du sie anwenden kannst und welche Vorteile diese Art und Weise zu lernen für dein Ziel von besseren Noten mit sich bringt. Wenn du die Tipps aus diesem Beitrag in Zukunft für dein Lernen anwendest, wirst du sehen, wie einfach Lernen sein kann und wie du damit deine Ergebnisse verbessern kannst.

Was ist die Loci-Methode?

Bei der Lerntechnik nach der Loci-Methode werden Assoziationen oder eine Visualisierung verwendet, um sich Informationen besser einprägen zu können. Unser Gehirn ist so programmiert, dass es sich Verknüpfungen, Zusammenhänge und Bilder leichter merken kann als reines aufgenommenes Wissen. Lernmethoden aus der Kategorie der Mnemotechniken, zu der auch die Loci-Methode gehört, funktionieren dabei alle nach diesem gleichen Prinzip. Die bekannteste Art nach diesem Schema zu lernen ist die Eselsbrücke . Auch hierbei werden abstrakte Informationen mit einfachen Assoziationen verknüpft, um sich die Informationen besser im Gehirn abspeichern zu können.

Die Anfänge der Loci-Methode beschreiben bereits die alten Griechen. Die Redner der Antike nutzen die Lerntechnik bereits vor über 2.500 Jahren, um sich ihre Reden und Vorträge besser einprägen zu können, um damit frei vor den Massen sprechen zu können. „ Loci“ leitet sich vom lateinischen „locus“, übersetzt „Stelle“ oder „Ort“, ab . Die Loci-Methode ist daher auch unter dem Begriff „Routenmethode“ oder „Lokalisationstechnik“ bekannt und wird teilweise etwas scherzhaft auch als „Locus-Methode“ oder „Locus-Technik“ bezeichnet .

So kannst du die Loci-Methode nutzen

Das Grundprinzip der Loci-Methode ist einfach: Informationen und Wissen werden mit Orten in einer vertrauten Umgebung verknüpft. Dazu benötigst du weder spezielle Vorkenntnisse noch eine umfangreiche Vorbereitung. So kannst du direkt mit der Loci-Methode starten und wirst bereits in der nächsten Klausur oder Prüfung zum Bachelor ein erstes Ergebnis des neuen Lernens sehen. Die Loci-Methode als Lerntechnik baut dabei auf vier Grundschritte, die du befolgen solltest. Dabei solltest du jeden Schritt einzeln und gewissenhaft durchführen:

  1. Wähle einen geeigneten Platz oder Raum in einer dir vertrauten Umgebung . Beispielsweise die Küche deiner Wohnung. An diesem Ort suchst du dir verschiedene Punkte als Ankerpunkt aus.
  2. Die ausgesuchten Wegpunkte werden nun in einer von dir festgelegten Reihenfolge zu einer Route verknüpft . Beispiel: Herd Kühlschrank Mülleimer Spülmaschine.
  3. Die nun entstandene Route bildet den wichtigsten Bestandteil für das Lernen. Anschließend gilt es, die einzelnen Routenpunkte mit einer zu lernenden Information zu verknüpfen , um ein geistiges Bild oder eine Grafik des Lernstoffes zu schaffen. Zum Beispiel kannst du den Kühlschrank mit der Definition eines bestimmten Fachbegriffes, den Regeln einer fremdsprachigen Zeitform oder Vokabeln verknüpfen. Am besten bringst du dazu die relevanten Informationen auf einem Blatt an den Kühlschrank an. Zum Speichern der Lerninhalte ist es hilfreich den Weg abzulaufen und sich an den jeweiligen Stationen die Informationen im Kopf einzuprägen.
  4. Um die gelernten Inhalte abzurufen, machst du nun einen Spaziergang – nun jedoch lediglich gedanklich vor deinen geistigen Augen entlang der echten Lernroute . Durch die entstandenen Verknüpfungen werden die Informationen besser aus dem Gedächtnis abgerufen.

Für die Schritte 3-4 solltest du mehrere Wiederholungen einplanen, um nichts zu vergessen. Vielleicht kommt dir jetzt der Gedanke: „ Das klingt viel zu einfach, um funktionieren zu können! “ – Fakt ist: probiere es aus und du wirst sehen, dass es tatsächlich so einfach ist den Lernerfolg auf ein neues Level zu heben.

Was dir die Loci-Methode bringt

Das auswendig lernen nach der Loci-Methode nutzt die natürliche Funktion beim Denken unseres Gehirns aus. Daher funktioniert sie auch so gut. Die Verknüpfung der Informationen mit realen örtlichen Gegebenheiten verankert sich so stark in unserem Gehirn, dass ein späteres Abrufen der Inhalte automatisch geschieht, wenn du dich an den jeweiligen Ort erinnerst.

Diese Funktionsweise liegt in der evolutionären Geschichte der Spezies Mensch. In früher Urzeit waren die Menschen viel auf Wanderschaft. Daher musste man sich für die verschiedensten Orte einprägen, ob an diesen Gefahren lauern, wo es die besten Nahrungsquellen gibt oder ob man besser nicht dahin zurückkehren sollte.

Mit Hilfe der Loci-Methode ist der Größe des zu lernenden Wissenspakets keine Grenze gesetzt – du musst einfach nur deine Gedächtnisroute entsprechend anpassen. So kannst du in der Küche auch einzelne Gegenstände oder Körper als Routenpunkte nutzen beispielsweise einen Gegenstand wie den Salz- oder den Pfefferstreuer, die Kaffeedose oder den Obstkorb. Je mehr Informationen du dir merken musst, umso detaillierter wird deine Route. Durch diese Art der Verbindung von realen Orten mit abstrakten Informationen, die normalerweise wenig greifbar sind, sparst du eine Menge Zeit und Anstrengung beim Lernen und zusätzlich Geld, dass sonst eventuell in Nachhilfestunden investiert hätte werden müssen.

Vorteile der Loci-Methode

Real gewordener Lernstoff lässt sich besser merken. Forscher fanden in einer Studie heraus, dass sich das menschliche Gehirn in der Regel beim reinen lesen von Informationen lediglich 20% des aufgenommenen Wissens merkt. Beim selber machen und erleben sind es dagegen bis zu 90%. Genau das macht sich die Loci-Methode zu Nutze, indem es dich das Lernthema durch die Verknüpfungen „erleben“ lässt. Daraus ergeben sich vor allem folgende Vorteile:

  • Die zu lernenden Inhalte bekommen eine klare Struktur anhand der Routenpunkte.
  • Auch größere Mengen an Informationen lassen sich so leichter einprägen.
  • Es wird mit mehreren unterschiedlichen Sinnen gelernt.
  • Die natürliche Funktionsweise des menschlichen Gehirns wird zum Lernen genutzt.
  • Der Lernstoff prägt sich auch visuell ein.
  • Die Loci-Methode kann für nahezu jedes Themengebiet , ob Wirtschaft oder Anatomie, angewendet werden.

Grundregeln bei der Anwendung der Loci-Methode

Auch wenn die Loci-Methode keiner speziellen Vorbereitung bedarf, so solltest du folgende Dinge beachten:

  1. Für effizientes Lernen solltest du deine Lernrouten gut planen und während des Lernprozesses nicht mehr verändern.
  2. Nutze nur eine bekannte Umgebung für deine Lernrouten. Am besten eignet sich die eigene Wohnung, aber auch der Park vor der Haustür kann für das Lernen im freien genutzt werden. Die Arbeitsstätte ist eher ungeeignet, da hier viele Ablenkungen passieren können.
  3. Die einzelnen Wegpunkte sollten klar voneinander abgegrenzt und unterscheidbar sein.
  4. Die Lernpunkte auf deiner Route sollten nicht zu nah beieinander liegen.
  5. Nach dem Festlegen der Lernroute solltest du diese und den zu den einzelnen Punkten zugeordneten Lernstoff schriftlich festhalten , um nicht Verwirrung zu stiften.

Zusammenfassung

Mit der Loci-Technik hast du eine einfach anzuwendende und erfolgsbringende Lernstrategie an der Hand , deren Technik nicht schwer umzusetzen ist, um als herauskommendes Produkt deine Prüfungsnoten auf unkompliziertem Wege verbessern zu können. Sicherlich erfordert die Umsetzung etwas Übung, doch durch die entstehenden Verknüpfungen und die Ansprache verschiedener Sinne beim Lernen, lässt sich der Lernstoff besser merken. Dies führt dazu, dass die gelernten Informationen einfach und schnell wieder abgerufen werden können. Aus diesem Grund wird die Loci-Methode oft auch beim professionellen Gedächtnistraining von Gedächtnisweltmeistern zum Trainieren angewendet.

Am besten startest du gleich heute mit der Umsetzung der Loci-Methode, indem du deine erste Lernroute festlegst. Du wirst sehen, wie du in weniger als einem Monat spürbare Verbesserungen beim Einprägen und Abrufen gelernter Inhalte erzielen kannst. So wirst du schnell zu einer Person, die sich Dinge leicht merken kann, vielleicht sogar zu einem wahren Gedächtniskünstler.