Wissenschaftliches Englisch im Studium

Umgangssprache und Wissenschaftssprache unterscheiden sich erheblich voneinander. Das gilt besonders für die deutsche Wissenschaftssprache. Dafür gibt es gute Gründe, denn in der Wissenschaft ist eine klare und vor allem unmissverständliche Ausdrucksweise die Voraussetzung für das Vermitteln von Inhalten. Bei englischen Beiträgen kommt hinzu, dass das Lesen wissenschaftlicher Texte in einer Fremdsprache einen zusätzlichen Anspruch darstellt. Aber wissenschaftliches Englisch unterscheidet sich nämlich von der normalen englischen Umgangssprache.

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Was ist die Sprache der Wissenschaft?

Sich der englischen oder deutschen Wissenschaftssprache zu bedienen, bedeutet nicht, einen Text mit Fremdwörtern zu überfrachten, sodass niemand ihn versteht, der nicht vom Fach ist. Lerne daher zuerst, beim Lesen schnell zu unterscheiden, ob es sich wirklich um Wissenschaftssprache handelt oder sich lediglich jemand kompliziert ausdrücken möchte.

  • Die Wissenschaftssprache unterscheidet sich erheblich von der Umgangssprache.

Der Hauptunterschied ist aber nicht, dass sie möglichst viele Fachbegriffe enthält.  Als Studienanfänger bist du empfänglich für neue Wörter aus dem eigenen Fachbereich. Mithilfe der Wissenschaftssprache lassen sich Aussagen präzisieren. Es wird möglich, komplexe Inhalte unmissverständlich zu erklären. Dazu gehören auch die Fachbegriffe. Verwende das Fachvokabular aber nicht, um zu imponieren. Bleibe bei der Wortwahl ausgewogen. In jeder Disziplin gibt es Vorreiter, Experten, die sich einen hervorragenden Ruf verschafft haben, weil ihre Beiträge nicht nur fachlich herausragend, sondern auch noch gut verständlich sind. Auch wenn du selbst sicher im Umgang mit Fachwörtern bist, entwickle die Fähigkeit, sich konkret, knapp und verständlich auszudrücken, ohne umgangssprachlich zu werden.

Worauf musst du achten, falls du wissenschaftliches Englisch verwendest

Wenn du wissenschaftliche Arbeiten verfasst, muss deine Schreibweise objektiv sein.

  • Die Wortwahl ist daher neutral und ohne Emotionen. Meide  den Erzählstil und stelle den Gegenstand, den Prozess oder die Erkenntnis in den Vordergrund. Der daran beteiligte Wissenschaftler wird selbstverständlich genannt, möglichst in Klammern inklusive der Jahreszahl.
  • Achte außerdem auf Konsistenz und Kohärenz. Wissenschaftliche Texte müssen konsistent sein. Das bedeutet, dass sich in ihm keine Widersprüche finden dürfen.
  • Deine Folgerungen müssen logisch aufeinander aufbauen und das erreichst du durch eine schlüssige Argumentationskette. Damit dein Text auch kohärent ist, musst du darauf achten, dass zwischen den Abschnitten eine Verbindung besteht. Für den Leser muss offensichtlich sein, warum die Sätze in dieser Reihenfolge an der jeweiligen Stelle stehen.
  • Vorsicht geboten ist außerdem bei Passivsätzen. Sie sind häufig Bestandteil von Empfehlungen für das Verfassen wissenschaftlicher Texte, allerdings wird der Text dadurch sperrig und der Stil leidet. Verwende Aktivsätze, wenn das möglich ist, ziehe Verben Substantiven vor und passe die Sätze entsprechend an. So wird z. B. aus Wachstum → wachsen und aus Korrektur → korrigieren.

Warum keine Umgangssprache verwenden?

Die Umgangssprache ist nicht präzise genug, um in der Wissenschaft zur Anwendung kommen zu können. Vielen Fachbegriffen wirst du im Studium, ganz besonders bei Prüfungen, nicht ausweichen können. Schließlich musst du dem Leser vermitteln, dass du dich mit den Begriffen befasst hast.

Sprachprobleme bei englischer Literatur

Ein erheblicher Anteil der wissenschaftlichen Fachliteratur ist in englischer Sprache verfasst. Wenn du über gute Englischkenntnisse verfügst, wirst du problemlos damit zurechtkommen. Dass du dabei einzelne Wörter nachschlagen musst, ist nicht ungewöhnlich. Mit der Zeit wird es dir zunehmend leichtfallen, die Abhandlungen zu verstehen. Rechne allerdings damit, dass die Texte sprachlich ungenau sein können, wenn der Verfasser nicht in seiner Muttersprache schreibt. Wenn du mit dem Lesen englischer Texte nicht zurechtkommen, besuche entsprechende Kurse. Trainiere deine Fähigkeiten im Umgang mit der englischen Sprache aber auch durch praktische Übungen in Eigeninitiative. Pflege Kontakte zu Studenten im Ausland und reise. Höre dich Vorlesungen aus deinem Fachbereich in englischer Sprache an und lasse dich mit der nötigen Gelassenheit auf die Herausforderung ein.  Sorge dafür, dass du dich im Englischen weiterqualifizieren, kaufe Bücher auf Englisch.

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