So wählst du die richtige Hochschule aus

Die Wahl der richtigen Uni ist für dein Studium zentral. Doch neben der Wahl zwischen Fachhochschule und Universität spielen auch viele andere Faktoren eine Rolle.

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FH oder Uni?

So lautet gleich die wichtigste Frage. Die Wahl zwischen Fachhochschule und Universität ist für viele angehende Studenten zentral. Universitäten zeichnen sich meist durch einen sehr wissenschaftlichen Schwerpunkt aus und konzentrieren sich neben der Lehre stark auf die Forschung. Ebenfalls sind an Universitäten vielfach klassische Studiengänge aus den Natur- Geistes- und Sozialwissenschaften zu finden, die du an Fachhochschulen oft nur in gewissen Abwandlungen findest. An der Uni kannst du beispielsweise Betriebswirtschaftslehre oder Psychologie studieren. An Fachhochschulen findest du vielfach Studiengänge mit Namen wie Tourismuswirtschaft, Marketing Management oder Wirtschaftspsychologie. Diese Studiengänge greifen viele Bereiche der klassischen Studieninhalte Ihrer Ursprungsfächer auf, konzentrieren sich dabei auf bestimmte Branchen oder Teile der Thematik und stellen direkt eine Verbindung zur Praxis her.

Dies ist auch gleichzeitig das größte Merkmal einer Fachhochschule. Denn diese Arbeiten eher praxisbezogen und weniger theoretisch und wissenschaftlich, als die klassischen Universitäten. Ein verbreiteter Mythos ist der Glaube, Fachhochschulen seien von der Qualität der Lehre schlechter oder würden für die Zukunft weniger Berufsperspektive bieten. In den meisten Fällen stimmt diese Aussage so nicht, denn egal ob Uni oder FH, bessere und schlechtere gibt es überall. Du solltest also eher darauf achten, welche Form der Hochschulen besser zu dir passt und mit welchem System du besser lernst.

So ist an der Universität ein hohes Maß an Eigenengagement gefordert Denn an Universitäten gibt es in der Regel keinerlei Anwesenheitspflicht und du bist bezogen auf deinen Lernerfolg komplett auf dich selbst gestellt. Fachhochschulen sind dagegen eher verschult und bieten in kleineren Lerngruppen eine Lernatmosphäre, die dir als Studenten genauer vorschreibt, was du wann zu tun hast, um das Studium erfolgreich abzuschließen.

Privat oder Staatlich?

In vielen Fällen stellt sich die Frage nach dem Studium an einer privaten Hochschule gar nicht, denn diese kommen meist mit Kosten von mehreren hundert Euro im Monat daher, was das Budget schnell sprengen kann.

Doch eine private Hochschule kann in vielen Fällen durchaus eine gute Alternative sein. Möchtest du beispielsweise dual studieren oder hast dir einen Studiengang ausgesucht, der nur an wenigen staatlichen Universitäten angeboten wird, macht eine private Hochschule oft mehr Sinn als du vielleicht denken magst. Denn wenn mit der Wahl der privaten Hochschule ein Auszug und Ortswechsel vorerst nicht notwendig ist, kannst du die Studiengebühren mitunter schon bezahlen, da du nun keine Wohnung und ein eigenes Leben in einer anderen Stadt mehr bezahlen musst. Auch bieten viele private Hochschulen sehr spezifische Studiengänge an und zeichne sich darüber hinaus durch sehr gute Verbindungen in die Wirtschaft aus, mit denen dir der Berufseinstieg erleichtert wird.

Die Vorteile der staatlichen Hochschulen liegen auf der Hand. So fällt an staatlichen Hochschulen nur ein Semesterbeitrag an, der sich meist zwischen 90 und 300 Euro bewegt und dabei noch das Semesterticket beinhaltet. Studiengebühren werden in Deutschland seit 2014 in keinem Bundesland mehr fällig, sodass du für das Studium selber nur noch sehr niedrige Kosten zu tragen hast. Außerdem werden einige Studiengänge ausschließlich an staatlichen Universitäten angeboten. So kannst du etwa Medizin oder Rechtswissenschaften (Jura) mit dem Abschluss des Staatsexamens an keiner privaten Hochschule studieren, da diese nicht den Status einer Universität verliehen bekommen können und somit auch keine Studiengänge mit dem Abschluss Staatsexamen vergeben können.

Die Stadt spielt eine große Rolle

Natürlich spielen neben der Art der Hochschule noch ganz andere Faktoren eine Rolle, denn immerhin wirst du die nächsten Jahre einen Großteil deiner Zeit an der Uni bzw. an deinem Studienort verbringen. Deshalb solltest du dir Gedanken machen, an was für einem Ort du leben möchtest.

Hochschulen gibt es überall und sobald du einen Studiengang gewählt hast, kommen sicher viele Optionen in Frage. Dabei solltest du zuerst entscheiden, wie weit du überhaupt von deinem bisherigen Zuhause entfernt sein möchtest. Das Studium ist der Beginn einer neuen Phase deines Lebens und mit einem Umzug in eine entfernte Stadt kann damit ein ganz neues Leben beginnen. Du solltest allerdings wissen, ob du dir einen Umzug an einen neuen Ort zutraust, der vielleicht einige Stunden von deinen Freunden und deiner Familie entfernt ist.

Neben der Entfernung der Stadt spielt auch die Größe der Stadt eine Rolle. Neben den deutschen Großstädten, in denen meist mindestens eine Hochschule vorzufinden ist, gibt es auch noch die klassischen Studentenstädte. Kleinstädte, deren Bevölkerung zum Großteil aus Studenten bestehen, haben ebenfalls einen gewissen Charme.

Was ist sonst noch wichtig?

    • Größe der Hochschule

Ein Thema, was von vielen angehenden Studierenden gerne unterschätzt wird, ist die Größe der Hochschule, denn dies macht für dein Unileben eine Menge aus. An den großen, oft als Massenunis bezeichneten Universitäten, wie sie beispielsweise in Köln oder Hamburg ganze Stadtteile einnehmen, wirst du ein weniger persönliches Studentenleben antreffen. Bei 20.000 oder mehr Studenten und vollen Hörsälen mit mehreren Hundert Menschen, herrscht auf jeden Fall ein anderes Klima als in einer kleinen, beschaulichen Stadt, die fast ausschließlich von Studenten bewohnt wird.

    • Der richtige Studiengang

Neben allen Fragen, die du dir nur bezogen auf die Hochschule selbst stellen solltest, ist es ebenso wichtig, dass du deine Hochschule auch entsprechend des Studienganges auswählst, der dir am meisten zusagt. Hast du mehrere Hochschulen zur Auswahl, aber nur eine davon bietet den Studiengang an, der dir zu 100% zusagt, solltest du hiernach entscheiden. Denn der Inhalt deines Studiums ist am Ende sehr viel entscheidender, als die Größe der Stadt oder das Hochschulmodell, was du wählst.

  • Freie Lehrveranstaltung besuchen

Du solltest außerdem jeder Hochschule, die für dich in Frage kommt einen Besuch abstatten und dir den Campus anschauen, um ein Gespür für die Atmosphäre zu bekommen und zu sehen, ob du dich dort wohlfühlst. Viele angehende Studenten fühlen sich von der Größe mancher Hochschulen erschlagen und entscheiden dann, lieber auf eine kleinere Hochschule zu gehen. Wenn du möchtest, kannst du dir außerdem auch Lehrveranstaltungen anschauen, um herauszufinden, ob beispielsweise die Lehrmethode der Universität etwas für dich ist.

Fazit

In den meisten Universitäten kannst du Plänen im Internet entnehmen, welche Veranstaltung wo stattfindet, und dich in den meisten Fällen einfach mit in den Hörsaal setzen. So bekommst du schnell ein Gefühl für das Lernen an einer Universität und siehst, ob dies etwas für dich ist.

Die Wahl der richtigen Hochschule ist eine schwierige Entscheidung, stellt sie doch die Weichen für deine Zukunft. Mach dir mit der Wahl aber nicht zu viel Druck, denn das Studieren soll schließlich Spaß machen! Das wichtigste bei der Wahl der Hochschule ist es, herauszufinden unter welchen Umständen du am besten lernen kannst und daraufhin das richtige Hochschulsystem und den richtigen Studiengang auszuwählen. Damit du dich an deinem neuen Studienort wohl fühlst, solltest du dich dort auf jeden Fall umsehen, bevor du dich entscheidest!

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