So passt ein eigenes Auto ins Studierenden-Budget


So passt ein eigenes Auto ins Studierenden-Budget
Nach einer Studie im Auftrag der Zeitschrift Wirtschaftswoche ist ein eigenes Auto ab einer Fahrleistung von 11.250 Kilometern im Jahr günstiger als die Nutzung von Mietwagen und Carsharing-Angeboten. Allerdings liegen dem Vergleich bestimmte Annahmen zugrunde. So ist Carsharing beispielsweis nur sinnvoll, wenn eine entsprechende Station leicht erreichbar ist. In ländlichen Gebieten ist der Aufwand für die Bereitstellung eines fremden Fahrzeugs so groß, dass der Mietwagen die Flexibilität eines jederzeit verfügbaren Pkw nicht ersetzen kann. Daran ändert sich auch nichts, wenn man Zeitfresser beim eigenen Auto wie Wartung, Pflege und Tanken berücksichtigt. Studentinnen und Studenten sollten genau nachrechnen, ob ein Auto für sie lohnt. Sowohl beim Kauf als auch beim Unterhalt lässt sich viel Geld sparen.


Überlegungen beim Autokauf


Neu oder gebraucht? Auch wenn Überlegungen in Richtung Neuwagen zunächst vermessen klingen, sind sie dennoch berechtigt. Was nützt ein scheinbar günstiger Gebrauchtwagen, wenn er sich als unzuverlässig erweist und teure Werkstattbesuche nötig werden? Einfache Neuwagen mit umfassender Garantie gibt es schon für unter 10.000 Euro. Luxus darf man zu diesem Preis nicht erwarten. Wenn es für das eigene Auto nicht ganz reicht, dann ist vielleicht ein Urlaub am Meer im Budget? Auf jeden Fall für die Fahrt von einem schlecht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbaren Wohngebiet zur Uni oder zum Studentenjob taugen die Billigautos ebenso wie für eine längere Heimfahrt am Wochenende. Käufer, die ihr Auto online bestellen (z. B. bei Dropcar.de), statt zum Händler zu gehen, erhalten oft bessere Konditionen. Die Vermittler kaufen Pkw in hoher Stückzahl und nutzen ihre Nachfragemacht, um bei den Herstellern mehr Rabatt zu bekommen, als sie ein einzelner Händler oder gar ein Privatkunde aushandeln könnte.


Betriebskosten geringhalten


Selbst wenn die Eltern als Sponsor für die Anschaffungskosten aufkommen und deswegen ein größeres, leistungsstärkeres Auto möglich wäre, sollten Studierende mit knappem Budget eher zu einem bescheideneren Pkw greifen. Bei den laufenden Kosten spricht – bis auf den Wertverlust – vieles für einen Neuwagen. Die Kraftfahrzeugsteuer richtet sich nach dem Schadstoffausstoß. Der ist bei einem modernen Motor wesentlich geringer, sodass ein aktuelles Modell in der Regel günstiger besteuert wird. Elektroautos (einschließlich Plug-in-Hybride) sind zwar teurer als Pkw mit Verbrennungsmotor, werden aber durch einen Zuschuss zum Kaufpreis gefördert. Der Versicherungsbeitrag richtet sich nach der Typklasse, die wiederum aus den Schadendaten des jeweiligen Fahrzeugtyps berechnet wird. Kleinwagen verursachen tendenziell seltener schwere Unfälle, sodass sie in der gesetzlich vorgeschriebenen Haftpflichtversicherung günstiger sind als PS-starke Autos. Die Kaskoversicherung (Teilkasko oder Vollkasko) ist freiwillig, bei einem Neuwagen oder wertvollen Gebrauchtwagen aber empfehlenswert. Auch hier haben kleinere Autos die Nase vorn. Ihre Reparatur ist billig, und das schlägt sich in einer niedrigen Typklasse nieder.

Tipp: In der Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung hängt der Beitrag von einem Schadenfreiheitsrabatt ab. Studenten kommen möglicherweise günstiger weg, wenn das Auto als Zweitwagen über die Eltern versichert wird. Allerdings muss der Fahrerkreis so definiert werden, dass junge Fahrer mitversichert sind.