Recruiting-Kosten, entgangene Umsätze und schlechte Stimmung unter Kollegen: So viel kostet es Sie, wenn Sie den falschen Mitarbeiter einstellen


Recruiting-Kosten, entgangene Umsätze und schlechte Stimmung unter Kollegen: So viel kostet es Sie, wenn Sie den falschen Mitarbeiter einstellen
Das Recruiting neuer Mitarbeiter ist teuer. Das Recruiting falscher Mitarbeiter ist noch teurer. Trotzdem versuchen viele Unternehmen, eine freie Stelle lieber schnell zu besetzen, als einen Mitarbeiter zu finden, der wirklich alle Anforderungen an den ausgeschriebenen Job erfüllen kann. Dabei zählen nicht nur fachliche Qualifikationen, sondern auch häufig im Bewerbungsprozess schwierig zu bestimmenden Faktoren wie der „Cultural Fit“ zwischen Mitarbeitern und Unternehmen. Wie sollten Sie also am besten vorgehen, um falsche Recruiting-Entscheidung möglichst vermeiden zu können?

Die Suche nach neuen Mitarbeitern geht häufig schief. Zu diesem Ergebnis kommt eine Careerbuilder-Umfrage in den USA. In einem Jahr hatten dabei sieben von zehn der befragten Unternehmen einen ungeeigneten Mitarbeiter eingestellt.

Als Grund für die Entscheidung für einen falschen Mitarbeiter wird dabei häufig genannt, dass die Stelle möglichst schnell neu besetzt werden sollte. Weiterhin gaben viele Unternehmen an, dass sich überhaupt keine qualifizierten Bewerber auf die Stelle gemeldet hätten. Ebenfalls eine Rolle spielten laut Meinung einiger Personaler ungeeignete Recruiting-Methoden und die fehlende Überprüfung von Referenzen.

Als Folge einer solchen Entscheidung werden unter anderem eine sinkende Produktivität und Arbeitsmoral genannt.

Durch die Einstellung eines ungeeigneten Mitarbeiters können also hohe Kosten entstehen, die nicht immer direkt sichtbar oder quantifizierbar sind.


Die Kosten einer Neueinstellung


Die Neueinstellung eines Mitarbeiters produziert jede Menge Kosten. Einige davon sind offensichtlich, andere wiederum haben Sie vielleicht noch gar nicht auf dem Schirm.

Zu den Kosten einer Neueinstellung gehören zum Beispiel Recruiting-Kosten und die Kosten für die Einarbeitung des neuen Mitarbeiters. Diese direkten Kosten für eine Einstellung sind recht einfach zu messen.

Andere Kosten lassen sich hingegen weit schwieriger quantifizieren, zum Beispiel die Kosten, die durch die Nichtbesetzung der Stelle entstehen.

Allerdings sollte Sie das nicht dazu verleiten, eine überhastete Einstellungsentscheidung zu treffen, denn ein ungeeigneter Mitarbeiter kann ein massiver Kostenfaktor sein.

Zu den Kosten und negativen Folgen einer falschen Recruiting-Entscheidung gehören zum Beispiel:
  • Schlechteres Betriebsklima
  • Entgangene Umsätze
  • Mögliche Entlassungskosten (zum Beispiel Abfindung und neue Recruiting-Kosten)


Die Kosten einer falschen Recruiting-Entscheidung


Wenn Sie sich für einen bestimmten Bewerber als neuen Mitarbeiter entscheiden, können Sie sich natürlich noch nicht sicher sein, dass Sie auch wirklich den richtigen Kandidaten ausgewählt haben. Weiterhin reicht es auch nicht aus, einfach den besten Bewerber einzustellen. Auch der beste Jobkandidat verfügt vielleicht nicht über die notwendigen Voraussetzungen für die Stelle.

Ein Mitarbeiter kann dabei aus verschiedenen Gründen ungeeignet für seinen Job sein:
  • Er verfügt nicht über die notwendige fachliche Qualifikation
  • Er verfügt nicht über die notwendigen Soft Skills, die für seine Arbeit notwendig sind
  • Er passt von seiner Persönlichkeit her nicht ins Team
Fehlende fachliche Qualifikation lässt sich dabei noch am leichtesten feststellen. Schwieriger wird es, vor einer Einstellung zu bewerten, ob ein Mitarbeiter auch von seiner Persönlichkeit und seinem Arbeitsverhalten her ins Team passt.

Dabei muss es nicht an fehlender Motivation oder anderen negativen Eigenschaften liegen, wenn ein Angestellter nicht zu Ihrem Unternehmen passt. Stattdessen kann sich zum Beispiel die persönliche Arbeitsweise von der der Kollegen so stark unterscheiden, dass darunter die Arbeitsmoral des ganzen Teams leidet. Das hat möglicherweise zur Folge, dass andere Kollegen kündigen und Sie diese ebenfalls ersetzen müssen.

Durch Bewertungsportale wie Kununu können interne Probleme im Unternehmen dabei auch schnell öffentlich werden und zusätzliche negative Effekte haben.
 

Entgangene Umsätze durch neuen Mitarbeiter


Ein Mitarbeiter kann auch alle Anforderungen an seinen Job erfüllen und trotzdem für entgangene Umsätze sorgen.

Stellen Sie sich vor, einer Ihrer besten Vertriebler hat Ihr Unternehmen verlassen. Nach kurzer Zeit haben Sie allerdings einen scheinbar perfekten neuen Mitarbeiter gefunden, der ihn ersetzen kann. Die möglichen finanziellen Folgen einer solchen Entscheidung können leicht an einem Beispiel deutlich gemacht werden.

Ihr ehemaliger Mitarbeiter war Ihr bester Verkäufer und sorgte pro Monat für Umsätze von
100.000 Euro. Ihr neuer Mitarbeiter versteht seinen Job ebenfalls sehr gut und sorgt für Umsätze von 80.000 Euro. Trotzdem ergibt sich somit pro Monat eine Fehlsumme von
20.000 Euro. In einem Jahr sind das bereits 240.000 Euro, die Sie an Umsatz verlieren.

Wenn Ihr neuer Mitarbeiter hingegen nur für einen Umsatz von 50.000 Euro pro Monat sorgt, dann verlieren Sie in einem Jahr bereits 600.000 Euro!
 

So stellen Sie den richtigen Mitarbeiter ein


Ergänzen Sie Ihr Recruiting mit neuen Auswahlverfahren
Das klassische Bewerbungsverfahren bestehend aus schriftlicher Bewerbung und Vorstellungsgespräch kann nur teilweise klären, ob ein potenzieller Mitarbeiter die Anforderungen an einen Job erfüllen kann.

Bevor Sie daran gehen, eine Stelle öffentlich auszuschreiben, sollten Sie genau festlegen, über welche Qualifikationen und Eigenschaften der perfekte Mitarbeiter verfügen muss.
Dabei kann es helfen, wenn Sie sich die täglichen Aufgaben und Herausforderungen in diesem Job vor Augen führen.

Überlegen Sie, welche Anforderungen sich nicht in einem klassischen Vorstellungsgespräch testen lassen. Möglicherweise kann dann ein weiteres Auswahlverfahren sinnvoll sein, zum Beispiel ein Assessment Center.

Überprüfen Sie die Referenzen des Bewerbers
In anderen Ländern ist es absolut üblich, empfehlende Referenzen im Lebenslauf anzugeben. Diese werden dann auch häufig kontaktiert, um als Arbeitgeber mehr über einen Bewerber zu erfahren. Diese Möglichkeit sollten Sie unbedingt ins Auge fassen, denn so können Sie ehemalige Vorgesetzte und Kollegen eines Jobkandidaten direkt nach diesem befragen.

Lassen Sie sich Zeit für den passenden Bewerber
Auch wenn es natürlich eine unbefriedigende Situation ist, wenn eine offene Stelle in Ihrem Unternehmen für den Moment unbesetzt bleibt: Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, einfach den nächstbesten Bewerber einzustellen. Die Folgen einer solchen Entscheidung können wesentlich weitreichender sein als die Herausforderungen, die durch die offene Stelle entstehen.

Bedenken Sie, dass es nicht ausreichend ist, dass ein bestimmter Kandidat besser als die anderen Bewerber ist. Stattdessen muss er alle notwendigen Anforderungen an den Job erfüllen.