Hop oder Top: Das sind die beliebtesten Studiengänge in Deutschland

Rund 500.000 Schüler schreiben sich in Deutschland jedes Jahr für ein Studium ein – Tendenz steigend. Parallel erhöht sich auch das Angebot an Studiengängen. Jedes Jahr kommen neue Studiengänge dazu, zum Beispiel im Bereich Industrie 4.0 oder Neue Medien. Das scheint keinen großen Einfluss auf die Studienwahl von Abiturienten zu haben. Seit Jahren führt die Liste der beliebtesten Studiengänge das gleiche Fach an: Betriebswirtschaftslehre.

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Doch längst ist ein Studium in BWL kein Jobgarant mehr. Andere Absolventen haben es leichter auf dem Arbeitsmarkt. Hier gibt es für dich die beliebtesten Studiengänge in Deutschland und sie mit den beliebtesten Absolventen von deutschen Arbeitgebern verglichen.

Die Top 5 der beliebtesten Studiengänge in Deutschland

Während sich die Rangliste der beliebtesten Studiengänge der Deutschen in den letzten Jahren kaum verändert hat, hat sich der Arbeitsmarkt durchaus gewandelt. Ingenieurwissenschaftler gehören heute zu den umworbendsten Absolventen und freuen sich über überdurchschnittlich hohe Gehälter. Dank immer stärker voranschreitender Digitalisierung unserer Alltagswelt, können auch Informatiker gelassen in die Zukunft blicken. Sind deshalb auch diese Studiengänge gefragt?

Mitunter ja, aber es gibt auch ein paar Exoten. Hier kommen die Top 5 der beliebtesten Studiengänge in Deutschland:

Platz 1: Betriebswirtschaftslehre

In diesem Punkt sind sich männliche und weibliche Abiturienten einig: BWL ist das beste Fach für ein Studium mit guten Berufsaussichten. Schon seit Jahren entscheiden sich, unabhängig von der aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt, die meisten Schüler für ein BWL-Studium. Über 200.000 Studenten sind aktuell an deutschen Hochschulen für den Studiengang BWL eingeschrieben. Mittlerweile werden immer mehr Fächerkombinationen aus BWL und einem weiteren Fach kreiert, zum Beispiel „Wirtschaftsinformatik“ oder „Wirtschaftsingenieurwesen“. Fakt ist: Mit einem BWL-Studium in der Tasche lässt sich einiges anstellen. Die Top-Verdiener in der Arbeitswelt sind mittlerweile jedoch andere Absolventen.

Platz 2: Germanistik und Maschinenbau

Es klingt nach Klischee, ist aber die traurige Wahrheit. Auch in unserem Jahrtausend entscheiden sich noch immer viele Frauen für ein Studium der Germanistik, während sich viele Männer für ein Studium im Fach Maschinenbau einschreiben. Trotz zahlreicher Initiativen für mehr Frauen in den Ingenieurberufen ist im Durchschnitt nur jeder zehnte Student im Fach Maschinenbau eine Frau. Ähnlich schwierig dürfte es sich jedoch gestalten, Männer für ein Studium der Germanistik zu begeistern. Das ist aber vergleichsweise uninteressant, denn während es für Germanisten quasi keine Stellen auf dem Arbeitsmarkt gibt, sind Ingenieure seit Jahren gesucht.

Arbeitslos muss man mit einem abgeschlossenen Germanistik-Studium auch nicht bleiben. Die meisten Geisteswissenschaftler arbeiten in fachfremden Berufen, zum Beispiel als Redakteure, Journalisten, PR-Berater, oder eben „irgendwas mit Medien“. Hier ist Kreativität gefragt.

Platz 3: Informatik und Medizin

Den Studienwunsch Medizin dürfen sich nur fleißige Schüler erlauben. Ohne ein Abitur mit einer eins vor dem Komma, hat man hier schlechte Karten oder muss eine lange Wartezeit in Kauf nehmen. Ob es daran liegt, dass deutlich mehr Frauen Medizin studieren? Dafür sind ein guter Job sowie ein überdurchschnittliches Gehalt quasi garantiert.

Bei den Männern liegt das Studienfach Informatik auf dem dritten Platz. Informatiker  erwartet ein abwechslungsreiches Studium und hervorragende Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. 95 Prozent aller Absolventen erhalten innerhalb der ersten Monate nach ihrem Uni-Abschluss eine feste Anstellung. Software-Programmierer haben sehr gute Chancen, sich später erfolgreich selbstständig zu machen. Seit Jahren besteht ein Mangel an guten Programmierern und die fortschreitende Digitalisierung vieler Lebensbereiche dürfte diese Situation in den kommenden Jahren noch weiter verschärfen.

Platz 4: Elektrotechnik und Jura

Auch den vierten Platz belegt mit Elektrotechnik bei den Männern ein ingenieurwissenschaftliches Fach. Bei Elektrotechnik handelt es sich um einen der anspruchsvollsten Studiengänge in Deutschland. Das Fach hat seit Jahren eine Abbrecherquote von fast 40 Prozent. Man sollte schon sehr gute Fähigkeiten in Mathematik und Physik mitbringen, wenn man hier durchkommen möchte.  Erfolgreiche Absolventen werden dafür nach Abschluss mit hervorragenden Jobchancen und einem ebenso überdurchschnittlichen Einstiegsgehalt belohnt. Rund 49.000 Euro brutto bezahlen deutsche Arbeitgeber durchschnittlich ihren frischgebackenen Elektroingenieuren als Einstiegsgehalt.

Auch die Damen haben auf Platz 4 ein Fach mit hohem Anspruch an Lerneifer und Durchhaltevermögen. Nicht nur, dass es auch hier mit einem Numerus Clausus von 2,1 und weniger teils sehr strenge Zugangsvoraussetzungen gibt, das erste Staatsexamen ist auch für seine hohen Durchfallquoten berüchtigt. Nicht ohne Grund sieht man in fast jeder Uni-Bibliothek zahlreiche Jurastudenten ihre mit unzähligen Post-its beklebten Gesetzbücher studieren. Ob du später als Jurist arbeiten kannst, hängt maßgeblich davon ab, welche Note du in deinem Staatsexamen erzielst. Nur mit einem „Prädikatsexamen“ hast du eine Chance auf einen juristischen Beruf im Staatsdienst – zum Beispiel Richter. Das schaffen aber jährlich nur rund zehn Prozent der Absolventen.

Platz 5: Jura und Pädagogik

Nochmal Jura? Ja, aber diesmal bei den Männern. Natürlich sind auch Männer in der Aussicht auf ein Monatsgehalt von bis zu 8.000 Euro brutto an einem Jura-Studium interessiert. Rechtswissenschaften belegen daher bei den männlichen Abiturienten den fünften Platz.

Mit Pädagogik erreicht abermals ein typisches „Frauenfach“ den fünften Platz bei den weiblichen Absolventen. Rund 88 Prozent der Pädagogik-Studenten sind Frauen. Dabei geht es in der Pädagogik nicht ums Kinder erziehen und kreative Bastelideen. Pädagogik ist ein bildungswissenschaftliches Fach, in dem es vor allem darum geht, innovative Konzepte zum Thema Lernen und Lehren zu entwickeln. Würde man den Studiengang Pädagogik in „Wissensmanagement“ umbenennen, würden sich vermutlich auch mehr Männer dafür interessieren.

Mit einem abgeschlossenen Studium in Pädagogik kannst du kein Lehrer werden. Pädagogen arbeiten später in Sozial- oder Bildungseinrichtungen in öffentlichen oder kirchlichen Einrichtungen. Mit ein wenig Glück lässt sich eine Stelle im öffentlichen Dienst ergattern. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt eines Pädagogen liegt nämlich bei rund 2.500 Euro brutto pro Monat. Da kann die Option auf einen Beamtenstatus schon gelegen kommen.

Die Top 5 Studiengänge aus Sicht der Arbeitswelt

Die beliebtesten Studiengänge deutscher Schüler kennen wir jetzt. Was aber würden wohl die Vorstände aller großen Unternehmen in Deutschland sagen, wenn man Ihnen die Frage stellen würde, welche Absolventen bei Ihnen am beliebtesten sind? Natürlich unterliegt der Arbeitsmarkt Schwankungen. Das beste Beispiel dafür sind Lehrer. Es gab Zeiten, da wurde eine Diplom-Biologe zum Lehrer ernannt, weil es einfach keine Bio-Lehrer mehr gab auf dem Markt. Dann gab es wiederum Jahre, in denen ausgebildete Lehrer keine Stelle mehr bekamen. Dennoch gibt es auch bei den beliebtesten Absolventen aus Sicht deutscher Arbeitnehmer ein paar Dauerbrenner. Hier die Liste der beliebtesten Studiengänge aus Arbeitgebersicht:

  1. Bauingenieurwesen
  2. Elektrotechnik
  3. Humanmedizin
  4. Informatik
  5. Maschinenbau

Ob es an den guten Jobaussichten liegt, dass diese Studiengänge zu den beliebtesten Studiengängen der Absolventen gehören? In jedem Fall darf sich die Wirtschaft in diesen Bereichen über viel qualifizierten Nachwuchs freuen. Hier geht’s zum Auswahl der gut bezahlten Studiengängen.

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